Hildebrandt Café – Der nicht so geheime Garten der Instagrammer

Hildebrandt Café

Wir kennen es alle – man hat einfach nicht immer Lust, die Zeit oder vielleicht auch nur die Zutaten, um sich selbst ein Frühstück zu machen. Oder man tickt so wie ich: Ich liebe es einfach in bester Gesellschaft frühstücken zu gehen. Ein schöner Start in den Tag mit perfekter Milchschaumkrone, neuen Entdeckungen & Inspirationen auf der Frühstückskarte und guten Gesprächen, was will man mehr?

Deswegen wird es auf „Viva La Kipferl!“ nicht nur Frühstücksrezepte, sondern auch unsere Entdeckungen und Meinungen zu Frühstückslokalen geben. Und weil wir wissen, dass das Zeitmanagement oft eine tricky Angelegenheit ist, gibt’s jede Rezension in zwei Längen:

Gedanken bei einem Espresso = Kurz, knackig, am Punkt.
Take your time, enjoy a Melange = Mach dir mal gmütlich einen Kaffee, lehn dich zurück und nimm dir 5 Minuten Zeit für dich selbst (und unsere Rezension). Danach wirst du mit Smalltalk-Wissen glänzen können.

In diesem Sinne, let’s go…

Gedanken bei einem Espresso

Es hat schon seinen Grund warum das Hildebrandt Café meistens ausreserviert ist. Denn das Lokal und der dazugehörige Gastgarten wirken wie aus einem Gemälde der Biedermeier-Zeit entsprungen, wenn man damals bereits Shabby Chic gekannt hätte. Die Speisekarte ist modern, übersichtlich und preislich gut aufgestellt und das Service an Freundlichkeit kaum zu überbieten. Egal ob vegetarisch, vegan oder glutenfrei – hier wird auf alle Wünsche eingegangen und dabei auf Saisonalität und Regionalität Wert gelegt. Ein Lokal zum Träumen, wie auch instagrammen.

Hildebrandt Café

Take your time, enjoy a Melange

Wiener sind Grantler. Das hört man oft. Und als waschechte Wienerin darf ich wohl sagen: Ja, da ist schon was dran. Jedenfalls oft. Sollte man mal an dieser Eigenschaft der Wiener verzweifeln, dann empfehle ich einen Besuch im Hildebrandt Café. „Dort wird Freundlichkeit großgeschrieben“ klingt schrecklich abgedroschen, aber tatsächlich kann man es nicht besser zusammenfassen. Von der herzlichen Begrüßung beim Empfang, über das stetig bemühte Personal bis hin zum Abschied mit einem fröhlichen „Habt ein schönes Wochenende!“ verströmen hier alle so viel gute Laune und Freude, dass ich mir gerne davon eine Scheibe abschneiden würde. So für die tristen Morgenstunden im Winter zum Beispiel.

Das Lokal

Das Hildebrandt Café auf das herzliche und sonnige Service zu reduzieren, wäre aber nicht fair. Das nach dem Architekten des Gartenpalais Schönborn, Johann Lucas von Hildebrandt benannte Lokal liegt direkt im Volkskundemuseum im achten Bezirk und ist schon lange den Kinderschuhen eines Geheimtipps entwachsen. Stattdessen sind die wenigen Plätze im kleinen Café meist Wochen im Vorhinein ausgebucht. Ein Umstand, der dem Hype unter Hipster, Instagrammern und Bloggern nur gerecht wird. Bei der Bestellung des Cappuccinos erfolgt automatisch die Nachfrage mit welcher Milch dieser zubereitet werden soll und die Speisekarte ist reich an vegetarischen und veganen Speisen. Auf Wunsch kann das Frühstück auch glutenfrei zubereitet werden.

Ambiente

Die Inneneinrichtung ist Shabby Chic mit einer ordentlichen Prise Scandi Style. Weiße Felle auf den Sitzen, smaragdgrüne Wände, Holzmöbel mit Retro-Touch, schwarze Steingutteller, goldfarbenes Besteck – alles direkt wie aus einem Innenausstattung-Magazin. Der kleine Innenraum wurde durch einen Wintergarten erweitert, im Sommer gibt es einen wunderschönen Rosengarten, mit Blick auf den Schönborn-Park. So viel Idylle ist im Trubel einer Großstadt selten zu finden und das Lokal hat tatsächlich seine ganz eigene, fast schon verträumte Atmosphäre.

Preis & Auswahl

Die Karte ist übersichtlich und gut aufgeteilt. Der Großteil der Speisen ist preislich unter 10 Euro angesiedelt. Lieferant für das Gebäck ist die trendige Dampfofenbäckerei Öfferl, die die Gastroszene im Sturm erobert hat. Und so gibt es auch im Hildebrandt Café das herrliche Madame Crousto oder das schmackhafte Ulrich Urkorn. Auf der Karte ist vermerkt, dass die verwendeten Produkte Bio, regional und saisonal sind. Inhaber Daniel Karl ist bekannt dafür, darauf Wert zu legen.  

Ein Blick in die Karte

Selbst die Karte verströmt eine gewisse kindliche Leichtigkeit, wenn man sie überfliegt. Bei „Elvis lebt“ wird der Rock’n’Roller der ersten Stunde mit seiner Leibspeise geehrt: Erdnussbutter-Sandwich mit Bananen, Haselnüssen und Waldbeeren-Jelly. Selbstverständlich standesgemäß auf einem Madame Crousto. So fancy hatte der King das wohl nie gespeist. „Naschmarkt“ ist mit Hummus, Falafel, Oliven, Granatapfel, Minze und Feta eine liebevolle Hommage an die Heimatstadt. Wer es steirisch mag, der wird mit „Aufsteirern“ happy. Die Kombi aus Ulrich Urkorn, Scrambled Eggs, Ofenkürbis, Babyspinat, roten Zwiebel, Kürbiskernen und Kernöl lässt wohl jedes Steierherz fröhlich hüpfen. Auch Trend-Frühstücksgerichte dürfen auf der Karte nicht fehlen und so wird eine Auswahl an Smoothies (hier herzig „Schmussie“ genannt) und Bowls angeboten. Wir konnten dem Waffle Tower nicht widerstehen und können mit voller Überzeugung sagen: U-n-b-e-d-i-n-g-t kosten! Die Kombi aus frischen Waffeln, saurem Beerenröster und einer umwerfend guten Mascarpone-Creme ist eine Sünde wert.

Am Weg nach Draußen, erhaschen wir noch einen Blick auf die Vitrine mit einer herrlichen Auswahl an Torten, Kuchen und anderen süßen Verlockungen.

Vielleicht kommen wir ja nochmal auf einen Kaffee her. Mit Kuchen. Der mit Karotte schaut gut aus.

Kleiner Tipp: Wer noch etwas weiter träumen will, der sollte dem Museumsshop SchönDing einen Besuch abstatten. Der Museumsshop, der etwas anderen Art wurde von Inhaber Daniel Karl liebevoll umgesetzt. Das Sortiment besticht durch nachhaltige Produkte, ein besonderes Augenmerk wurde auf faire Produktionsbedingungen gelegt.


Hildebrandt Café: Laudongasse 15-19, 1080 Wien, ✆ 01 406 890 510, hildebrandt.cafe

4 Kommentare zu „Hildebrandt Café – Der nicht so geheime Garten der Instagrammer

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